Passivhaus

25. April 2012 | admin

Bei einem Passivhaus handelt es sich um eine Immobilie, die in der Theorie keine separate Beheizung mehr benötigt. Der Status wird vor allem durch eine gute Dämmung und ein ausgefeiltes Belüftungssystem erzielt. Auf diese Weise können nämlich passive Wärmequellen wie die Sonneneinstrahlung und die Wärmeabstrahlung von Personen sowie elektrischen Geräten genutzt werden. Die Wärmedämmung wird dabei durch eine Dreifachverglasung der Fenster und durch besonders dichtes Dämmmaterial erreicht. Somit kann eine sehr dichte Gebäudehülle erschaffen werden, die Wärmeverluste vermeidet. Darüber hinaus wird ein Lüftungssystem installiert, welches mit einem Erdwärmetauscher unter der Erde gekoppelt ist. Auf diese Weise kann innere Abwärme gefiltert und weiter leicht erwärmt werden, so dass eine stabile Raumtemperatur entsteht.

Die Vorteile eines Passivhauses

Wer sich für ein Passivhaus entscheidet, setzt dabei auf eine sehr große Energieeinsparung. So kommt eine solche Immobilie auf einen Heizwärmebedarf von 15 kWh pro qm und Jahr. Dies entspricht einer Einsparung von knapp 90% im Vergleich zu normalen Immobilien und immerhin noch 80% zu Niedrigenergiehäusern. Somit ist es also möglich, bereits nach 10 Jahren die zusätzlichen Kosten zu amortisieren. Darüber hinaus bleibt die Raumtemperatur konstant und man benötigt im Sommer eigentlich keine Klimaanlage mehr. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass eine Kaminreinigung nicht notwendig ist und darüber hinaus auch keine Heizkörper an den Wänden hängen. Ferner kann man zinsgünstige Darlehen der KfW Bank in Anspruch nehmen, die mit einem Tilgungszuschuss gefördert werden.

Hier noch einmal die Vorteile auf einen Blick:

  • Geringer Heizwärmebedarf
  • Niedrige Verbrauchskosten
  • Gute Luftqualität
  • Stets angenehme Temperaturen
  • Geförderte Finanzierungsmöglichkeiten

Die Nachteile eines Passivhauses

Die Nachteile dieser Bauweise liegen zunächst vor allem im finanziellen Bereich. So müssen bei Neubauten Zusatzkosten in Höhe von 5-15% einkalkuliert werden. Soll ein bereits vorhandenes Gebäude umgebaut werden, liegen die zusätzlichen Kosten sogar zwischen 12 und 18%. Diese zusätzlichen Kosten werden jedoch durch niedrigere Verbrauchskosten wieder ausgeglichen. Darüber hinaus muss die Lüftung bei veränderter Raumnutzung von Spezialisten an die neue Nutzung angepasst werden.

Die wenigen Nachteile auf einen Blick:

  • Höhere Kosten beim Bau
  • Höhere Kosten bei der Sanierung von Altbauten
  • Hoher Anpassungsaufwand der Lüftungsanlage bei Nutzungsänderung eines Raums

Fazit

Ein Passivhaus stellt ein interessantes Zukunftsmodell für viele Bauten dar. Dem höheren Bauaufwand stehen wesentlich geringere Verbrauchskosten gegenüber. Darüber hinaus lassen sich staatlich geförderte Darlehen mit einem Tilgungszuschuss zur Finanzierung in Anspruch nehmen, wenn bestimmte Energiestandards erreicht werden. Auf diese Weise bleibt mehr Geld zur besseren Ausstattung des Hauses. Wer beispielsweise auch noch unabhängig von der Stromversorgung werden möchte, kann zusätzlich eine Solaranlage auf dem Dach platzieren und somit die Energiekosten weiter senken. In der Zukunft werden mit hoher Wahrscheinlichkeit immer mehr Objekte als Passivhäuser gebaut, was den Energiebedarf erheblich senken dürfte.

Kategorie:  Bauen , Passivhaus
Schlagworte: 
© 2011-2018 | Baufinanzierung.net - günstige Baufinanzierung & Immobilienfinanzierung